Feuerwehrgerätehaus Georgenhausen-Zeilhard: Mängel noch viel größer

Die Mängel am Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Georgenhausen-Zeilhard sind größer als es Bürgermeister Hartmann in der Öffentlichkeit bisher darstellt. Das wird nach und nach klar.

Erste Informationen zu gravierenden Mängeln sickerten schon im Oktober/November 2016 durch. Sie erschienen uns so gravierend, dass Stadtrat Werner Göckel(RK) bereits in der Novembersitzung des Magistrats eine Baustellenbesichtigung gefordert hat. Auf seine Intention hin erfolgte diese dann auch Mitte Dezember 2016 mit dem Bauleiter vom Architekturbüro Birli aus Griesheim. Dabei wurde ersichtlich, dass die ausführende Firma die Dacheindeckung vollständig ausgeführt hat, dass diese aber mit großen Mängeln behaftet sei. Diese seien wohl bereits seit Sommer 2016 bei der ausführenden Firma gerügt – aber von dieser nicht beseitigt worden. Es sei dann ein Hin und Her von Mängelanzeigen gefolgt, was aber letztendlich zu keinem Erfolg geführt habe. Des gleichen habe aber eine andere Firma den Sichtbeton mangelhaft ausgeführt, weshalb dieser nun teuer nachverputzt werden muss.

Viel zu spät, nämlich erst Mitte Januar 2017 wurden endlich auch die Feuerwehren der beiden Stadtteile vom Magistrat in einer gemeinsamen Sitzung über die Schäden informiert und ein Gutachter für die Mängeldokumentation von der Stadt beauftragt. Die anwesenden Feuerwehrmänner waren erstaunt, als bekannt wurde, dass der vorgesehene Einweihungstermin im Mai nicht eingehalten wird und mit erheblichen Verzögerungen bis in den Herbst zu rechnen ist. Man habe aber doch bereits eine Musikkapelle für die Einweihung verpflichtet, aus dem Vertrag kommen wir nicht mehr heraus, so die Reaktion eines Zeilharder Feuerwehrmanns. Sofort bot Bgm. Hartmann die Beteiligung der Stadt an den Kosten an. Hoffentlich ist das von der Kostenkalkulation abgedeckt… Wir vom Reinheimer Kreis meinen, statt das Geld unnötig zu verausgaben, sollte vielleicht eine „Spritzenhausparty“ an einem der alten Standorte angedacht werden oder eine ähnliche sinnvolle Verwendung gesucht werden. Geld, das an anderer Stelle fehlt bzw. besser verwendet werden könnte.

Wie gehabt wurden die Stadtverordneten natürlich nicht voll umfänglich über die Einzelheiten zu den Mängeln informiert, weshalb die Fraktion Reinheimer Kreis kürzlich einige Fragen an den Magistrat der Stadt Reinheim gestellt hat:


Fragen zur Bauausführung Feuerwehrhaus Georgenhausen-Zeilhard

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Georgenhausen-Zeilhard verzögert sich, weil dort Baumängel festgestellt wurden. Deshalb bitten wir Sie hiermit um Beantwortung der folgenden Fragen:

  • Wer ist auf der Baustelle Bauleiter (auch von städtischer Seite) und weshalb ist er nicht rechtzeitig eingeschritten, als die inkorrekte Ausführung des Daches erfolgt ist? Ist er seiner Aufsichtspflicht ausreichend nachgekommen? In welcher Form ist er dieser nachgekommen und in welchen zeitlichen Abständen hat er die Baustelle beaufsichtigt?

  • Wann wurde der Bau des Daches vorläufig abgeschlossen und wann wurden die Schäden (Wasserdurchdringung der Dämmung) und Baumängel festgestellt?

  • Was ist damit genau gemeint, dass das Dach nicht “dicht” sei, wie es in den Berichten des Darmstädter Echo hieß?

  • In einem Bericht des Darmstädter Echo war von einem Gutachten die Rede, das eine fehlerhafte Dampfsperre festgestellt hat. Wer war dieser Gutachter und was sind die genauen Ergebnisse? Wir bitten um Übersendung dieses Gutachtens an unseren Stadtrat, Herrn Göckel, und/oder an unsere Fraktion.

  • Ein in dieser Form geneigtes Dach ist nach Auskunft von Bau-Fachleuten im Gegensatz zu einem Flachdach niemals als “dicht” anzusehen, dient es doch in erster Linie dazu, Niederschläge abzuleiten. Das ist bei der projektierten, ungewöhnlichen Form des Daches nicht allzu einfach zu erreichen. War dies beim Beschluss über die Form des Daches bekannt und wer hat entschieden, dass das Dach die nun ausgeführte Form erhält?

  • Hat der Architekt auf diese Problematik hingewiesen? Wenn ja, aus welchen Gründen wurde dennoch beschlossen, das Dach so auszuführen?

  • Welche weiteren Baumängel sind aufgetreten und wie werden sie von wem wann behoben?

  • Weshalb ist es notwendig, den Sichtbeton zu verputzen? Welche Kosten entstehen und wer trägt diese?

  • Hat es bis heute Einsätze des städtischen Bauhofes auf der Baustelle gegeben und wenn ja, warum? Welche Arbeiten hat der Bauhof ausgeführt?


Es grüßt Sie
Jörg Rupp
Fraktionsvorsitzender

Werner GöckelWerner Göckel

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