Was lange währt…

Ehrung besonders langjähriger ehrenamtlich tätiger Stadtverordneter und Ortsbeiratsmitglieder

Rede RK-Fraktionsvorsitzender Jörg Rupp
am Mittwoch, dem 07. Juni 2017, 19:00 Uhr, HKS
Sehr geehrte Damen und Herren,

als der FDP-Stadtverordneten Klaus Haberstroh seinerzeit den Antrag stellte, besonders langjährig und ehrenamtlich tätige Stadtverordnete und Ortsbeiratsmitglieder zu ehren, haben wir ihn ermutigt und unterstützt.
Wir waren und sind bis heute der Ansicht, dass es nicht ausreicht, ehrenamtlich in der Kommunalpolitik Tätige erst dann zu ehren, wenn sie bereits aus dem aktiven Engagement ausgeschieden sind.

Besonders beeindruckt hat uns die mehr als vierzig Jahre, die die beiden DKP-Stadtverordneten Walter Eckert und Arno Grieger sich für unsere Stadt einsetzen. Von einigen anderen langjährig Aktiven hatten wir ebenfalls Kenntnis bekommen: Johann Ihring, K.-H. Peter und das Ehepaar Froede. Ihre Daten hatten wir auf der Homepage der Stadt Reinheim gefunden. Bei anderen wie Renate Grieger war uns das nicht gelungen.

Deshalb waren wir sehr froh, als nach einer ersten erwartbaren Abwehrhaltung von Seiten der Verwaltung der Vorschlag kam, doch nachzusehen, wer noch für diese Ehrung in Frage käme, egal ob bereits ausgeschieden oder noch aktiv.
Zum Stichtag 31.12.2014 waren dies 22 ehrenamtliche Kommunalpolitiker (in alphabetischer Reihenfolge des Nachnamens)

  •  Walter Eckert
  • Franz Fischer
  •  Angelika Froede
  • Henning Froede
  • Günter Göckel
  • Arno Grieger
  • Renate Grieger
  • Hans Heckel
  • Bianca Hohlfeld
  • Johann Ihring
  • Dieter Knapp
  • Dietmar Köhler
  • Peter Kühn
  • Gerhard Lorenz
  • Karl-Heinz Peter
  • Hartmut Poth
  • Felix Schäfer
  • Horst Schneider
  • Eberhard Schreiber
  • Volker Schüßler
  • Günther Schreiber
  • Elisabeth Wagner

(Anmerkung für die Leser: Geehrt wurden dieses Mal jedoch nur Walter Eckert, Arno
Grieger, Renate Grieger, Bianca Hohlfeld, Johann Ihring, Dietmar Köhler, Karl-Heinz Peter, Felix Schäfer, Eberhard Schreiber und Günther Schreiber.)
Allen geehrten Personen möchte der Reinheimer Kreis seinen Respekt und Dank aussprechen für ihr Engagement im Dienste unserer Stadt Reinheim und der Menschen, die hier leben. Dabei spielt es für uns keine Rolle, welcher politischen Partei oder Wählergemeinschaft die jeweilige Person angehört.
Es spielt auch keine Rolle, ob es sich um Aktive der jeweiligen Regierungskoalitionen handelt oder um solche der Opposition.
Alle haben wir das Ziel, das Beste für die Menschen in unserer Stadt zu erreichen – und es ist gut, dass das heute einmal ausdrücklich anerkannt und gewürdigt wird.

„Es ist nicht immer einfach, im Widerspruch zu seiner Zeit zu stehen“ oder auch nur in einem Stadtparlament eine Minderheitsmeinung zu vertreten. Aber auch das ist in einer Demokratie wichtig und unverzichtbar. Die Politikwissenschaft und Theorie der parlamentarischen Demokratie spricht hier von einigen grundlegenden Aufgaben der Opposition in der Demokratie. Dazu gehören die Kritik, die Kontrolle und das Aufzeigen von Alternativen zu den Vorschlägen der jeweiligen Regierung. 

Dazu gehört, auch solchen Menschen eine Stimme zu geben, die ohne Opposition nicht gehört werden würden. In der parlamentarischen Demokratie erfolgt die Kontrolle des Regierungshandelns durch das Recht, durch die Öffentlichkeit und durch die Opposition in den Parlamenten.
Sie dient dazu, dass sich die Regierenden rechtfertigen müssen, dass sie erklären müssen, was sie weshalb tun, welche Folgen das hat und wer davon betroffen ist. Sie dient dazu, dass Fehlentwicklungen weitgehend vermieden werden können und die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, Regierende auch abzulösen und neue Wege zu gehen.

Viele der vorhin genannten Menschen haben sich in dieser Hinsicht über Jahrzehnte große Verdienste um die Allgemeinheit erworben.
Dafür unseren herzlichsten Dank und unseren ehrlichen Respekt. Es ist schade, dass es fast zweieinhalb Jahre gedauert hat, bis diese Ehrung endlich durchgeführt wird, und dass diese Veranstaltung auch nicht ausreichend öffentlich bekannt gemacht wurde.

Die Geehrten hätten Besseres verdient gehabt. Hoffen wir gemeinsam, dass es nicht bei der heutigen Würdigung ehrenamtlichen Engagements für Reinheim bleibt, sondern dass es solche Ehrungen künftig in festen Abständen immer wieder geben möge.

Hoffen wir gemeinsam, dass Respekt und Achtung vor der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Kommunalpolitik sich künftig auch im täglichen Miteinander zeigen möge.
Einige der benannten Personen haben schwere Beschimpfungen und Beleidigungen über sich ergehen lassen müssen, weil sie andere Ansichten hatten oder sei es auch nur, weil sie nicht an allen städtischen Veranstaltungen teilgenommen haben. Manche wurden
sogar verklagt. Das dürfte auch einer der Gründe sein, weshalb heute einige der Benannten nicht zur Ehrung gekommen sind.

Auch heute haben wir ja wieder erleben müssen, dass die Ehrenamtlichen beschimpft wurden. Was, meine Damen und Herren, ist daran so schwer zu verstehen, dass es
sich hier um Ehrenamtliche handelt, die eben nicht immer Zeit haben und die eben nicht jedes Mal an jeder Veranstaltung teilnehmen können?
Es wäre schön, wenn uns all das für die Zukunft erspart bleiben würde. Wir vom Reinheimer Kreis jedenfalls wünschen den Geehrten egal welcher politischen Farbe alles Gute für die Zukunft. Wir freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sein werden. Und das ist auch gut so.

Vielen Dank.

Jörg RuppJörg Rupp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.