SPD Vorstand von Spachbrücken tritt zurück

Der komplette geschäftsführende Vorstand der SPD Spachbrücken verlässt die Partei!
Es geht einfach nicht mehr.
Zermürbt von persönlichen Anfeindungen, von Ausgrenzung und mangelnder Möglichkeiten und Bereitschaft, sozialdemokratische Politik umzusetzen, sieht der gesamte geschäftsführende Vorstand des Ortsbezirkes Spachbrücken in der SPD (Rolf Johann, Roswitha Gesellchen und Herbert Gesellchen) keinen anderen Ausweg als den sofortigen Austritt aus der SPD.

Wir haben die letzten Monate als SPD-Vorstandsmitglieder von Spachbrücken den Kontakt zu den Sozialdemokraten des Reinheimer Kreises gehalten, um vielleicht doch noch einen Weg zu ebnen, in dem die parteiinternen Differenzen beigelegt werden können. Leider haben wir erfahren müssen, dass dazu von Seiten der SPD-Führung und Herrn Bürgermeister Hartmann überhaupt keine Bereitschaft besteht. Ganz im Gegenteil. Alle Versuche, eine Basis für eine weitere Zusammenarbeit zu finden wurden torpediert. Der Versuch des Unterbezirkes zu einer Mediation wurde von Karl Hartmann und Thomas Knöll aus vorgeschobenen Gründen abgelehnt. Einem zugesagten Gespräch mit der Spachbrücker SPD nach der erfolgten Nominierung Hartmanns geht man beharrlich aus dem Weg. E-Mails werden gar nicht mehr beantwortet. Man will offensichtlich nur noch Mitglieder haben, die dem Bürgermeister bedingungslos und kritiklos folgen. Dafür stehen wir aber nicht zur Verfügung.

Wir können es auch nicht weiter akzeptieren, dass selbst sachliche Vorschläge oder Diskussionsanstöße der Oppositionsfraktionen oder des Reinheimer Kreises von Hartmann, Knöll, Schäfer, Heiligental usw. auf das unsachlichste verworfen und immer wieder zu völlig überzogenen und nicht nachvollziehbaren persönlichen Angriffen genutzt werden, so erst kürzlich gegen Ortsvorsteher Werner Göckel. Vor ihm hat es immer wieder auch andere getroffen, so beispielsweise Jörg Rupp oder auf übelste Art auch den konkurrierenden Bürgermeisterkandidaten Pittich – und intern immer wieder auch Vertreter der Spachbrücker SPD. Hier traf es im Besonderen Gerda Ackermann, die man aus der Partei gedrängt hat und Roswitha Gesellchen, die von Felix Schäfer der Lüge bezichtigt wurde. Wir erleben, dass sich Reinheimer Bürgerinnen und Bürger nicht öffentlich äußern wollen, weil sie Angst vor der Reaktion aus dem Rathaus haben.

 

Das ist kein akzeptabler politischer Stil. Das können und das wollen wir nicht länger unterstützen. So unterschiedlich auch die politischen Meinungen sein mögen: Man sollte doch immer noch anständig und fair auch mit dem politischen Gegner umgehen können. Das sehen wir aber leider bei der derzeitigen SPD-Führung um Karl Hartmann nicht.

 

Wir können und wir wollen nicht länger akzeptieren, dass die Bürger Reinheims und auch die SPD-Mitglieder seit jetzt fast eineinhalb Jahren immer wieder stillose und teilweise beleidigende Äußerungen von Schäfer, Knöll, Heiligental und Hartmann ertragen müssen, die aus der unbegreiflichen Überzeugung resultieren, sie seien die einzigen, die das Recht haben, über die Zukunft Reinheims zu entscheiden. Das widerspricht unserem Demokratieverständnis zutiefst. Unsere Überzeugung ist, dass dieses Recht allen
Stadtverordneten, Ortsbeiräten und Magistratsmitgliedern egal welcher Partei genauso zusteht – und viel mehr noch allen Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt. Wer dabei mit Mehrheit gestalten kann, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger und nicht der Bürgermeister oder sein Fraktionsvorsitzender.

 

Über die persönlichen Erfahrungen und Enttäuschungen hinweg sind es inhaltliche Differenzen, die offensichtlich in Reinheim nicht mehr zu überbrücken sind. Eine SPD Reinheim, die jedwede weitergehende Bürgerbeteiligung ablehnt, die soziale Probleme weglächelt und keinen Versuch unternimmt, den Betroffenen wirklich zu helfen, kann nicht mehr unsere Partei sein.
Im Gegensatz dazu haben wir im Reinheimer Kreis ein offenes Miteinander, fundierte Debatten über den politischen Weg und auch eine wirkliche Orientierung an sozialdemokratischen Werten erfahren. Nach langen Überlegungen sehen wir unsere künftige politische Heimat deshalb im Reinheimer Kreis. Dort werden Inhalte besetzt, die unseren entsprechen. Ob es um Standortförderung, mehr Beteiligung oder um soziale Fragen geht: Der Reinheimer Kreis setzt auf Positionen, die wir für sozialdemokratisch halten. So schwer uns der Abschied von der SPD fällt so leicht fällt uns der Eintritt beim Reinheimer Kreis.

 

Wir bedauern, dass alle Vermittlungsversuche nur von einer Seite angenommen und von der anderen Seite um Karl Hartmann brüsk zurückgewiesen wurden. Wir lassen aber die Hoffnung nicht ganz fahren, dass sich die Reinheimer SPD einst wieder ihrer stolzen Traditionen und Werte erinnern wird. Das wird wohl aber erst nach einem Generationswechsel in der Führung möglich sein.
Dieser für uns dramatische Schritt fällt uns alles andere als leicht. Er ist aber leider unausweichlich geworden!

Rolf Johann

Wolfgang Krenzer

4 Gedanken zu „SPD Vorstand von Spachbrücken tritt zurück

  1. Als Ur-Pfungstädter bin ich zutiefst beeindruckt.
    So etwas würde ich mir für meine Heimatstadt auch wünschen.
    Von den beiden ersten Begriffen (Sozial und Demokratisch) haben sich die Sozialdemokraten in Pfungstadt schon seit Jahrzehnten entfernt.
    Den sozialen Demokraten des Reinheimer Kreises wünsche ich gutes Gelingen und: Lasst Euch nicht einschüchtern !

    1. Hallo Jens,

      danke für die positive Resonanz. Einschüchtern werden wir uns nicht lassen. Dafür ist die Sache auch zu wichtig! Grüße nach Pungscht!

  2. Hallo zusammen,

    ich wünsche euch und eurer Arbeit im Reinheimer Stadtparlament viel Erfolg!

    Wir brauchen eine stärkere politische Kultur der Kooperation über Parteigrenzen hinweg! Dafür steht ihr für mich.

    Ich hoffe sehr, dass mit euch der Beschluss sinnvoller Anträge egal von wem diese gestellt werden und das folgende gemeinsame, ergebnisorientierte Ausarbeiten guter Vorschläge endlich Alltag wird.

    Beste Grüße,

    Peter Löwenstein

  3. Ich ziehe meinen Hut vor euch.
    Selten sieht man noch welche wie euch, die sich nicht über Gebühr biegen lassen. Die sich auch einmal dagegen stellen selbst wenn es das Parteibuch kostet.

    Gruß, Rudolf Heeb

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