Menschenunwürdige Zustände in städtischen “Notunterkünften”

“Das sind menschenunwürdige Zustände!”, zeigt sich die Stadtverordnete Gerda Ackermann (Reinheimer Kreis, RK) schockiert. “Manche Haustiere haben eine bessere Unterkunft!” Anlass für die tiefe Betroffenheit Frau Ackermanns ist ein Besuch in einem städtischen Haus in der “Oberen Straße” in Ueberau. “Der Zustand der Wohnungen und des gesamten Hauses erschüttert mich tief. Es ist im Jahre 2015 unglaublich, dass die Bewohner, Männer und Frauen, nur eine Gemeinschaftsdusche haben, das Wasser in den Wohnungen eher tröpfelt und eine Damen- und Herren-Toilette zwischen den Etagen für die drei Wohnungen reichen muss.”

Deshalb müssten manche Bewohner hin und wieder sogar im Schwimmbad duschen gehen. Der allgemeine Zustand des Hauses sei ohne Worte, es gebe wohl auch keinen städtischen Hausmeister. Treppenhaus und Türen bräuchten dringend einmal einen neuen Anstrich, die Wände seien teilweise in einem erbärmlichen Zustand. Von Wohnungen könne man nicht sprechen. Diese “Notunterkunft” sei vielmehr ein Loch, für das die Stadt auch noch 230 Euro von Menschen verlange, die kaum mehr bekommen.

Äußerst ärgerlich sei, dass in den Wohnungen elektrische Heizkörper angebracht seien, deren Benutzung von der Stadt schriftlich untersagt werde. Die Stadt verlange stattdessen doch Holz zu besorgen und mit dem Holzofen zu heizen. “Dass es solche Zustände in einer “sozialdemokratisch” geführten Stadt gibt, hat uns sehr erschreckt.”, ergänzt Jörg Rupp, Vorsitzender der Fraktion Reinheimer Kreis + FDP. “Hier muss die Reinheimer Politik dringend eingreifen! Wir rufen alle Fraktionen des Reinheimer Stadtparlamentes und den Magistrat auf, dieses Haus so schnell wie möglich grundlegend zu renovieren und auf einen Stand des Jahres 2015 zu bringen.” Bislang herrscht dort miserabler Nachkriegs-“Standard”. Der Reinheimer Kreis werde hier auf jeden Fall initiativ werden.


Außerdem fordert der RK die Stadt auf, sich endlich aktiv um eine Besserung der persönlichen Situation der Bewohner zu kümmern. Es könne nicht sein, dass Bürgermeister Hartmann jede Investition in diese Menschen als sinnlos abtue. “Moderne und verantwortliche Sozialpolitik geht anders und hat heute schon sehr erfolgreiche Instrumente und Verfahren entwickelt, die auch ärmsten und kranken Menschen helfen.” Leider bislang nicht in unserer Stadt Reinheim. Dieses schwere Versäumnis Hartmanns zeigt: Reinheim braucht endlich eine aktive Sozialpolitik, z.B. das Programm “Soziale Stadt”.

Wolfgang Krenzer

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