Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,
heute erreicht Sie wieder ein Newsletter des Reinheimer
Kreises mit aktuellen Neuigkeiten aus der Reinheimer
Kommunalpolitik. Aktuell beschäftigt uns der Entwurf für einen
Haushalt 2019 am meisten. Dazu haben wir diverse Anträge
gestellt, die wir Ihnen hiermit gerne vorstellen. Vielleicht
sind Ihnen ja auch schon unsere Plakate dazu im Stadtbild
aufgefallen.
Aber wir haben noch weit mehr! Der Haushalt wird
voraussichtlich am Dienstag, dem 04.12.2018 von der
Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Die Sitzung ist
öffentlich. Kommen Sie doch mal vorbei und hören Sie zu...
Zuvor tagt die Stadtverordnetenversammlung auch am Dienstag,
dem 27. November 2018 noch einmal. Es wird eine recht kurze
Sitzung, weil die meisten Anträge in den Ausschüssen
verblieben sind. Zu dieser Sitzung haben wir ebenfalls einen
Antrag und eine Anfrage gestellt, die wir Ihnen unten
vorstellen. Der Antrag zum Thema "Berichte aus
Gemeindeverbänden" ist auf unseren Wunsch hin im Ausschuss
verblieben, weil wir ihn aufgrund neuer Erkenntnisse aus der
Aussschussberatung ändern müssen. Unsere Anfrage zu einem
seltsamen Schreiben des Bürgermeisters an die Eltern von
Kindern in Kitas und Kindergärten ist stattdessen wieder auf
die Tagesordnung gekommen. Hier haben wir uns gegen eine
Willkürentscheidung des Stadtverordnetenvorstehers
durchgesetzt.
Sie sehen: Es bleibt spannend in Reinheim.
Ihr Reinheimer Kreis
Zu den Themen:
- Steuersenkung statt Verwahrentgelt! Bürger und Gewerbe entlasten!
- Unsere anderen 12 Haushaltsanträge
- Städtische Ruine Teichweg 17
- Jährliche Berichte aus den Gemeindeverbänden
- Antrag CDU: Änderung Ausnahmegenehmigung Parken
- Anfrage der CDU: Konzept zur medizinischen Versorgung in Reinheim
- Wahlkampf für SPD und Grüne auf städtischem Briefbogen?
- Termine
1. Steuersenkung statt Verwahrentgelt! Bürger und Gewerbe entlasten!
Der Reinheimer Kreis fordert die Stadtverordnetenversammlung dazu auf, mit dem neuen Haushalt 2019 die Grundsteuern endlich wieder auf das Niveau vor der Kommunalwahl 2016 zu senken. Die Steuern waren am 14.06.2016 durch die Koalition aus SPD und Grünen um 50 % von 300 auf 450 Punkte angehoben worden. Die Folge dessen sind hohe Überschüsse der Stadt Reinheim, die aktuell ein Geldvermögen von bis zu 25 Millionen Euro bei Banken zwischendeponieren muss. Dafür fällt jedoch ein "Verwahrentgelt" von bis zu 70.000 Euro im Jahr an, das die Stadt wegen der extrem niedrigen Zinsen an die Banken zahlt(!). Der Reinheimer Kreis setzt sich deshalb dafür ein, das Geld lieber bei den Bürgerinnen und Bürgern zu lassen. Seriöse Haushaltspolitik müsse auch Maß halten und die Belastung der Bürgerinnen und Bürger im Auge behalten. Der Haushalt bleibt dennoch ausgeglichen und birgt weiterhin sehr ausreichende Reserven für eventuelle Notfälle. Nähere Infos unter www.reinheimer-kreis.de
2. Unsere anderen 12 Haushaltsanträge
Wie immer haben wir uns sehr intensiv mit dem Haushaltsentwurf 2019 auseinandergesetzt und eine Klausur durchgeführt. Schließlich haben wir insgesamt 13 Anträge gestellt (zu den vollständigen Anträgen):- Senkung der Grundsteuern A und B (siehe oben)
- Einrichtung einer Carsharing-Station am Reinheimer
Bahnhof
Dazu liegt uns ein konkretes Angebot/Umsetzungskonzept von book ´n drive vor. Der Anbieter benötigt aber eine Anschubhilfe von jeweils 6.000 Euro in 2019 und 2020, damit er die Station einrichten und betreiben kann. Hoffen wir, dass SPD und Grüne verstehen, dass der Verkehrsknotenpunkt Reinheim heute so etwas braucht. - 50.000 Euro für die Errichtung attraktiver und dem Stand
der Technik entsprechende Fahrradabstellanlagen
Hierzu gibt es einen klasse Leitfaden der Wissenschaftsstadt Darmstadt und in Reinheim eine Menge Möglichkeiten, bessere Fahrradparkplätze zu bauen, z.B. an allen Sporthallen, Bürgerhäusern, dem Rathaus, dem Hofgut, Schulen, Kitas, Kinderkrippen... - Konzept Jugendarbeit in der Kernstadt
Wir schlagen vor, gemeinsam mit den betroffenen Jugendlichen ein Konzept zu erstellen, das den Bedürfnissen der jungen Menschen gerecht wird und Belastungen für andere Teile der Bevölkerung möglichst klein hält. Bisher hat die Stadt auf Probleme nur mit einem Sicherheitsdienst und der Vertreibung der Jugendlichen (z.B. aus dem Stadtpark) reagiert. Da gibt es weit bessere und modernere Wege... - Straße nach dem Reinheimer Ehrenbürger Robert Goldmann
benennen
Dafür sehen wir Gelegenheit im Gewergebebiet West III. - Kölner Teller für die Reinheimer Seegasse
Dort wird teilweise recht sportlich gefahren, obwohl die Straße sehr kurz ist. Anwohner beklagen sich. Deshalb beantragen wir hier geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen - Erneuerung des Rad- und Fußweges am Schäferweg
Wir haben es im vergangenen Jahr beantragt, aber es wurde nur beschlossen, dass die Verwaltung ein Konzept machen soll. Seitdem haben wir nichts mehr gehört. Deshalb beantragen wir einfach erneut, das notwendige Geld dafür einzustellen. - Elektrofahrzeuge für die Stadtverwaltung
Die Zeit des Diesels und von Verbrennungsmotoren ist vorbei. Es gibt mittlerweile sogar attraktive Leasing- und Mietangebote. Wir wollen nun erreichen, dass Reinheim ab sofort Elektrofahrzeuge anschafft und so bald wie möglich klimaneutral fährt. - Halbe Stelle "Sozialberatung" schaffen
Wir beantragen erneut wie schon für 2017 und 2018, eine halbe Stelle im Sozialamt zu schaffen, die bedürftigen Menschen bei der Antragstellung berät und unterstützt. Das das notwendig ist, gibt heute sogar Andrea Nahles zu... - Zuschuss für Kindersozialfonds, REGE und Groß Bieberauer
Tafel
Wir schlagen 2.000 Euro im Jahr vor, um die Vereinsarbeit dieser wichtigen Vereine zu unterstützen. - Sonnensegel für den Kinderspielplatz "Orscheläcker"
Auch das hatten wir im vergangenen Jahr schon mal beantragt - und nicht vergessen. - Absenkung der Aufwendungen für Sach- und
Dienstleistungen
Wir wollen sie um 800.000 Euro reduzieren, denn sie sind seit 2015 um weit mehr als 30% angehoben worden. Das ist eindeutig zu viel.
3. Städtische Ruine Teichweg 17
Übelst verschmutzte Wände, kaum Heizmöglichkeiten, alles
kaputt, unzumutbar. Trotzdem hat die Stadt Reinheim über viele
Jahre Menschen, die keine andere Wohnung hatten, in die
städtische Ruine Teichweg 17 einquartiert. Über viele Jahre
keine Investitionen, nix wurde repariert oder gemacht.
Unmenschlich und unzumutbar. Endlich hatte vor zwei,drei
Jahren der Schornsteinfeger ein Einsehen und sperrte die
Brandstelle. Seitdem steht Reinheims peinlichste und
hässlichste Ruine leer.
Was soll nun damit geschehen? Wir haben mehrfach
vorgeschlagen, das "Haus" abzureißen und dort in einem Neubau
Sozialwohnungen zu schaffen. SPD, Grüne und DKP aber haben
entschieden, dass dort "nach Konzeptqualität" an einen
Investor vergeben werden solle. Diese, in kommunaler Hand
befindliche Immobiliengesellschaft, winkte dankend ab. Abriss
und Neubau zusammen würde zu teuer. Was uns vorher klar war.
Deshalb sind wir auch seit Jahren der Meinung, dass die Stadt
den Schandfleck abreißen muss.
Neueste Entwicklung: Die Verwaltung gibt den Auftrag an die
Stadtverordnetenversammlung zurück und bittet um Entscheidung,
wie es nun weitergehen soll. Ein einmaliger Vorgang - und
einmal mehr oberpeinlich. Da fällt wohl dem einen oder anderen
nix mehr ein?!
Wir sind sehr gespannt, was die Koalition jetzt machen will.
Bisher hieß es, die einzige Option sei ein Verkauf an einen
Privaten, der dort ein Einfamilienhaus bauen könnte. Ob der
diese Ruine für die Stadt abreißt? Ganz aktuell hat die
DKP-Fraktion einen Antrag zum Haushalt eingebracht, dass
Reinheim der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Pfungstadt
beitreten soll. Der Teichweg 17 soll dieser dann angeboten.
4. Jährliche Berichte aus den Gemeindeverbänden
Reinheim ist nicht nur Mitglied im Senio-Verband, sondern auch
in etlichen anderen Verbänden, so im Wasserverband
Gersprenztal, dem Abwasserverband Vorderer Odenwald, der ekom
21, dem Sparkassenzweckverband, der ZAW und dem Zweckverband
"NGA-Netz Darmstadt-Dieburg. Obwohl es, wie wir in Sachen
Senio ja gesehen haben, eigentlich Sache der
Stadtverordnetenversammlung ist, sich zu der aktuellen
Situation dort informieren zu lassen und ggf. sogar den
dortigen Vertretern entsprechende Vorgaben zu machen, erhält
die Stadtverordenetenversammlung bisher solche Berichte nicht
(bzw. nur vom Senio-Verband).
Das kann unserer Ansicht nach nicht so bleiben und wir
schlagen deshalb vor, dass einmal im Jahr zu berichten ist.
Jetzt wird sich zeigen, ob es SPD und Grünen tatsächlich um
Inhalte geht oder nur darum, unseren Vertreter bei der Senio
ans Gängelband zu legen. Wir sind gespannt! Im Rahmen der
Debatte im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss haben sich
neue, nachvollziehbare Aspekte ergeben, die eine Änderung
unseres Antrages notwendig machen. Wir haben deshalb gebeten,
den Antrag zurückzustellen. Dem wurde zugestimmt. Wir führen
die Debatte im Januar 2019 weiter.
5. Änderung Ausnahmegenehmigung Parken
Ein Antrag der CDU für den 27.11. behandelt die Frage danach, weshalb die bisherigen Ausnahmegenehmigungen in Anwohnerparkbereichen nur immer auf eine einzige Straße begrenzt sind. Wir hoffen, dass sich die CDU mit ihrem Vorschlag durchsetzen kann, stattdessen Zonen einzurichten. Uns würde es ja auch schon reichen, wenn in der Ausnahmegenehmigung stünde, dass sie auch in den direkt daneben liegenden Straßen gilt. Dabei gibt es nur ein Problem: Hier kann Bürgermeister Hartmann völlig unabhängig ohne Einflussmöglichkeit der Stadtverordnetenversammlung handeln - und es ist sehr unwahrscheinlich, dass er das will...
6. Anfrage CDU: Konzept zur medizinischen Versorgung in Reinheim
Ja richtig, da war doch was. Die CDU erinnert daran, dass die
Stadtverordnetenversammlung angeregt hatte, dass unter der
Federführung von Dr. Menningmann (Grüne) ein solches Konzept
erarbeitet werdeb sollte. Seitdem: Still ruht der See...
Wobei: Die SPD hat nun schon zum dritten oder vierten Mal
verkündet, dass sie sich um das Thema kümmern will, so erst
kürzlich bei ihrer Haushaltsklausur. Aber auch da bisher nix
als heiße Luft.
7. Wahlkampf für SPD und Grüne auf städtischem Briefbogen?
Im Mai/Juni 2018 wurden die Kindergartengebühren in Reinheim
auf Null gesenkt. Grund dafür ist ein höherer Zuschuss des
Landes Hessen. Bürgermeister Hartmann wollte diese
zusätzlichen Mittel jedoch zuerst teilweise im städtischen
Haushalt verschwinden lassen. CDU und Reinheimer Kreis aber
schritten ein und stellten je einen Antrag, die
Kindergartengebühren auf Null zu reduzieren. Der Druck half,
die Haltung der SPD zu ändern. Sie schlug gemeinsam mit den
Grünen eine konkrete Satzungsänderung vor, die
Kindergartengebühren auf Null abzusenken. Dieser wurde dann
einstimmig beschlossen.
Nun lag der Ball wieder bei Bürgermeister Hartmann - und der
schrieb im Juni 2018 einen Brief an die Eltern aller
Kindergartenkinder, in dem er darauf hinwies, dass "auf Antrag
von SPD und Grünen" nichts mehr gezahlt werden müsse. Kein
Wort zu den Landeszuschüssen, kein Wort zu der einstimmigen
Entscheidung im Stadtparlament. Stattdessen wies er wieder auf
die 3 Millionen Euro hin, die die Stadt hier beiträgt. Er hat
also erneut zum Ausdruck gebracht, dass ihm die Bezuschussung
der Kindergartenbetreuung weiterhin zu teuer ist.
Brisant ist das Schreiben jedoch auch deshalb, weil es kurz
vor der Landtagswahl versandt wurde. Aus unserer Sicht wurde
hier Wahlkampf für SPD und Grüne auf städtischem Briefkopf
gemacht. Wieder einmal. Dieses Mal aber sind wir
eingeschritten. Wir haben jedoch bis nach der Wahl gewartet,
um das Schreiben nicht selbst zum Teil des Wahlkampfes zu
machen.
Wir stellten am 05.11.2018 eine Parlamentarische Anfrage dazu,
die zuerst auch auf der Tagesordnung vom 27.11.2018 stand.
Zwei Tage später jedoch teilte Stadtverordnetenvorsteher Dr.
Schmidt (SPD) mit, die Fragen seien unsachlich und deshalb
nehme er die Anfrage von der Tagesordnung. Ob da jemand
interveniert hat?
Nach unserer, von versierten Juristen bestätigten
Rechtsauffassung hat der Stadtverordnetenvorsteher aber nicht
das Recht, zu entscheiden, ob eine Anfrage sachlich oder
unsachlich ist. Er muss alle gestellten Anträge und Anfragen
auf die Tagesordnung nehmen, ob sie ihm gefallen oder nicht.
Er hat aus unserer Sicht auch nicht das Recht, die einmal
erstellte Einladung wieder selbst zu ändern. Dafür gibt es
klare Regeln und recht ansehnliche Hürden in der Hessischen
Gemeindeordnung und der Geschäftsordnung der
Stadtverordnetenversammlung (Nur eine Mehrheit des Parlaments
kann einen Tagesordnungspunkt auf Antrag wieder absetzen.)
Offenbar hat die Rechtsberatung, die Herr
Stadtverordnetenvorsteher Dr. Schmidt ohne Zweifel eingeholt
hat, unsere Rechtsauffassung dann bestätigt. Deshalb wurde die
Einladung jetzt ein zweites Mal geändert und unsere Anfrage
wieder aufgenommen.
Erreicht haben wir, dass jetzt eindeutig klargestellt ist,
dass auch missliebige Anfragen auf die Tagesordnung zu nehmen
sind und nicht einfach als "unsachlich" verworfen werden
dürfen. Das gibt vor allem der Opposition im Stadtparlament
eine höhere Beratungs- und Handlungssicherheit.
8. Termine
- Mo., 26.11.2018, 19:30 Uhr, Sitzungsraum an der Stadtmauer: Bau-, Verkehrs-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss (Haushalt 2019)
- Di., 27.11.2018, 20 Uhr, Heinrich-Klein-Saal, Hofgut: Stadtverordnetenversammlung
- Mi., 28.11.2018, 20 Uhr, Raum der Bürgergemeinschaft für Behinderte: Fraktion Reinheimer Kreis
- Do., 29.11.2018, 19:30 Uhr, Sitzungsraum an der Stadtmauer: Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Jugend, Sport und Kultur (Haushalt 2019)
- Mo., 03.12.2018,19:30 Uhr, Sitzungsraum an der Stadtmauer: Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss (Haushalt 2019)
- Di., 04.12.2018, 20 Uhr, Heinrich-Klein-Saal, Hofgut: Stadtverordnetenversammlung (Haushalt 2019)
- Bitte besuchen Sie die Veranstaltungen der Lebendigen Adventskalender, die in allen Reinheimer Stadtteilen stattfinden.
- Anschließend: Winterpause! Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2019!