Bahntrasse und medizinische Versorgung

Zu zwei wichtigen Themen stellt der Reinheimer Kreis im Stadtparlament Anträge: Die Zukunft der Bahntrasse nach Groß-Bieberau und die medizinische Versorgung im Stadtteil Georgenhausen-Zeilhard. Parlamentarier der Nachbargemeinde Groß-Bieberau versuchen, die Trasse zu entwidmen, um ein neues Gewerbegebiet zu errichten. Weiter im Odenwald, etwa in Brensbach, ist man dagegen für den Erhalt und Wiederaufbau der Trasse.

Eine Interessengemeinschaft stellt auf odenwaldbahn.de Konzepte zur Reaktivierung vor. Danach soll in Reinheim (statt wie bisher in Wiebelsbach) ein Wagen der Odenwaldbahn abgehängt und nach Groß-Bieberau fahren. Damit würde eine umstiegfreie Verbindung von Groß-Bieberau nach Frankfurt entstehen.

Der RK aber befürchtet durch die Entwidmung hier eine einmalige Gelegenheit zu verschenken, in absehbarer Zeit wieder mit Schienenfahrzeugen in 45 Minuten bis in die Innenstadt nach Frankfurt zu kommen.

Und das noch ohne Parkplatzsuche und Parkgebühren. Das würde nicht nur dem Wohnort Groß-Bieberau zu neuer Attraktivität verhelfen, es würde auch die Parkplatznot am Reinheimer Bahnhof entlasten, da dann die Gersprenztalbewohner schon in Bieberau den modernen „Lieschen-Nachfolger“ besteigen könnten. Die heutige Odenwaldbahn wurde vor einem Jahrzehnt auch schon als dem Tode geweiht angesehen, und hat sich aber, dank der schnellen Verbindung nach Frankfurt gemausert.

Das andere Thema ist die Hausarztversorgung. Wie bekannt wurde, schließt die einzige Allgemeinmedizinpraxis im größten Reinheimer Stadtteil Mitte des Jahres, und ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Das ist auch kein Wunder. Viele der heutigen jungen Mediziner wollen nicht mehr selbstständig eine Praxis führen. Sie möchten sich auf medizinische Fragen konzentrieren, und das mit geregelten Arbeitszeiten und nicht in Bürokratie eines Selbstständigen ersticken.

Diesem gesellschaftlichen Wandel müssen wir Rechnung tragen, und daher stellen wir den Antrag, zu prüfen ob man ein „medizinisches Versorgungszentrum“ in Ggh-Zhd einrichten kann. Dieses könnte unter der Regie der Landkreis-Kliniken arbeiten, oder auch selbstständige Ärztegenossenschaften wie in Lindenfels wären eine Option. In unserem, wie in vielen anderen Landkreisen, wurde so erfolgreich dem Ärztemangel auf dem Lande entgegen gewirkt, das ist auch für uns eine zu prüfende Möglichkeit.

Update: Inzwischen haben sich Neuerungen ergeben, wir werden einen Änderungsantrag stellen, den wir in den nächsten Tagen hier veröffentlichen werden.

 

Weiterführende Links zum Thema Medizinisches Versorgungszentrum

Landkreis Darmstadt-Dieburg startet integriertes Versorgungskonzept

Südhessischer Landkreis startet Versorgungsprojekt

Gegen den Ärzteschwund: Versorgungskonzept 2025

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „Bahntrasse und medizinische Versorgung

  1. Es erschließt sich mir nicht, welche Motivation bzw. Interesse eine Reinheimer Partei hat,
    sich für die Wiederinbetriebnahme der Gleisanlage nach Groß-Bieberau einzusetzen, die
    für Reinheimer Bürger absolut bedeutungslos ist, also keinerlei Nutzen hätte. Seit wann also
    stellt der RK Anträge im Parlament, unterstützt damit auch noch den der DKP, für ohnehin fragwürdige Vorteile der Bürger der Nachbar-Gemeinde.
    Und darüberhinaus: wieso ist es ausgerechnet jetzt nach 55 Jahren stillgelegter Gleis-Anlage
    plötzlich so wichtig, die Personenbeförderung von Groß-Bieberau nach Reinheim zu verbessern mit einer Maßnahme, die die Planung der Gr-Bieberauer Umgehungsstraße nicht
    gerade beschleunigen wird.

  2. Hallo,
    die Frage, warum gerade jetzt, ist einfach zu beantworten: Groß-Bieberau will die Bahnstrecke „entwidmen“ lassen, d.h. auf dem ehemaligen Bahngelände darf gebaut werden, und eine zukünftige Nutzung als Bahngelände ist ausgeschlossen.
    Zu der anderen Frage, warum sich Reinheimer Bürger oder Politiker für diese Bahnstrecke interessieren, kann man schauen, was viele Gersprenztal-Bewohner, die in Frankfurt oder Darmstadt arbeiten heute machen. Die fahren mit ihrem Auto nach Reinheim, stellen es dort ab, blockieren den ganzen Tag irgendeinen Parkplatz, und fahren mit dem Zug zu ihrer Arbeitsstelle. Diese „neue“ Verbindung würde somit auch die Parkplatzsituation in Reinheim entspannen. Eine Förderung des ÖPNV hat auch eine Entlastung der Strassen zur Folge, was wiederum allen Staugeplagten, egal woher sie kommen, gefallen dürfte.

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